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Armut im Alter

Jeder Mensch hat ein Recht darauf, in Würde alt zu werden. Dazu gehört auch ein auskömmliches Einkommen im Alter. Doch viele Deutsche, insbesondere Frauen, fallen bereits heute unter die Armutsgrenze mit ihren Rentenbezügen. Barcelona 2014 479
Schon lange warnen Sozialexperten davor, dass das deutsche Rentensystem den Anstieg der Armut im Alter nicht aufhalten wird.  Im Gegenteil: die Rentenreformen der letzten Jahre haben dazu geführt, dass in Deutschland die Transferleistungen aus der gesetzlichen Rente zugunsten einer Förderung der privaten Vorsorge heruntergefahren wurden.
Typische Erwerbsverläufe von Frauen, Erwerbslosen oder prekär Beschäftigten  wirken sich somit auch direkt negativ auf die spätere Rentenhöhe aus.  Die Einsicht, privat für das Rentenalter vorzusorgen, ist sicherlich bei vielen vorhanden, aber oft fehlt dieser Personengruppe genau dazu das Geld.
2016 hat die  OECD, die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung,  in einer Studie die staatlichen Rentensysteme von 34 Industrieländern untersucht und die Ergebnisse zeigen, dass in Deutschland ältere Menschen schlechter gegen Altersarmut geschützt sind als in anderen Ländern.  (OECD Pensions Outlook 2016)
Das bedeutet, dass andere Länder deutlich bessere Regelungen gefunden haben, um die Menschen im Alter abzusichern.  So verwundert es nicht, dass die OECD in ihrer Studie zu dem Ergebnis kommt, dass Länder, die bei ihrer Altersvorsorge stark auf private Vorsorge statt auf  staatliche Rentenvorsorge setzen, das Risiko von Altersarmut erhöhen. Hingegen können Länder, wie z.B.  Österreich oder die Niederlande, die von Anbeginn auf eine steuerfinanzierte Rente für alle setzen, ihren Bürgern im Alter einen höheren Schutz gegen Altersarmut bieten.

Die Höhe der Altersbezüge aus der staatlichen Versorgung ergibt sich in Deutschland allein aus der Höhe des Verdienstes zu aktiven Berufszeiten.
Eine volle Rente (mit heute niedrigerem Rentenniveau) bekommt nur der/die mit 45  Beitragsjahren und einem Durchschnittsgehalt.  Dies bildet eine Erwerbsbiografie ab,  die wir so in der Realität immer weniger vorfinden. Die Konsequenz ist, dass wir andere Konzepte der Alterssicherung brauchen, die den heutigen  Erwerbsbiografien Rechnung tragen.

Bereits 2013 widmete sich das Netzwerk Leben im Alter dieser Problematik auf einem Fachtag „Wofür wird es reichen? Auf dem Weg in ein Alter mit wenig Geld“. http://leben-im-alter.ekhn.de/fachtage/2013 .  Es wurde sehr deutlich,  dass ein Kurswechsel in der Rentenpolitik dringend geboten ist.
Seit 2018 ist das Netzwerk Leben im Alter Mitglied im  „Bündnis Soziale Gerechtigkeit in Hessen“ und unterstützt gemeinsam mit anderen Bündnispartner*innen  in Hessen die Forderungen gegen Armut im Alter. 
https://www.soziale-gerechtigkeit-hessen.de/

Innerhalb unserer Landeskirche gibt es dazu in  Hessen  und Rheinland-Pfalz verschiedene regionale und landesweite Bündnisse, die der Armut im Alter Einhalt bieten wollen.

Die Mitglieder des Netzwerkes Leben im Alter arbeiten dazu ferner in unterschiedlichen regionalen Bündnissen mit:

„gemeinsam gegen Altersarmut von Frauen“ in Südhessen  http://www.evangelischefrauen.de/news-landesverband/items/gemeinsam-gegen-altersarmut-von-frauen.html


Weitere Infos::
Aus dem Rentenreport des DGB Rheinland-Pfalz / Saarland  „Rentenreport 2017“ :
Die durchschnittliche Altersrente im Rentenbestand betrug für Männer in Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 1.148 Euro und für Frauen 575 Euro.
Insgesamt liegen 76,4 Prozent der Frauen und 36,3 Prozent der Männer mit weniger als 900 Euro noch weit unter der Armutsgefährdungsschwelle von aktuell 996 Euro.

http://rheinland-pfalz-saarland.dgb.de/presse/++co++e65ee97a-ce03-11e7-a545-52540088cada