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"Sorgearrangements für alte Menschen von der Politik vernachlässigt"

Das Netzwerk Leben im Alter in der EKHN wendet sich am 6. September 2017 mit folgender Erklärung an die Öffentlichkeit:

"Die Bedeutung der Altenhilfe in den Kommunen wird von der Sozialpolitik in Bund und Ländern trotz der weiterhin erheblich ansteigenden Zahl alter Menschen in der Bevölkerung nach wie vor vernachlässigt", so die Analyse des Netzwerks Leben im Alter in der EKHN.
Kommunen hätten heute weniger Gestaltungsmöglichkeiten, was die Lebensverhältnisse alter Menschen angeht. Und das, obwohl die Zahl sehr alter Menschen sehr stark ansteige. Die Einführung der Pflegeversicherung habe diese Negativentwicklung der kommunalen Altenhilfe befördert. Sie sehe vor, dass die Pflegekassen für Pflegestrukturen zuständig sind, ohne dass diese über die lokalen Kenntnisse verfügen. Folglich hätten die Kommunen heute keine bzw. nur geringe Spielräume zur notwendigen bedarfsbezogenen Planung und Steuerung von professionellen und nachbarschaftlichen Sorge- und Unterstützungsstrukturen für alte und pflegebedürftige Menschen und stünden weitgehend handlungsunfähig neben einem politisch gewollten unübersichtlichen Pflegemarkt.
Auch der 7. Altenbericht der Bundesregierung vom Oktober 2016 stellt Ungleichheiten bei der Verteilung materieller, sozialer, medizinisch-pflegerischer Ressourcen in den Altengenerationen fest. Die Ungleichheit verstärkt sich dann deutlich, wenn benachteiligte alte Menschen in strukturschwachen und finanziell schlecht ausgestatteten Kommunen leben müssen.
Das "Netzwerk Leben im Alter in der EKHN" erwartet, das sich die Bundes- und Landespolitik intensiv damit befasst, wie tragfähige vernetzte Altenhilfestrukturen in den Kommunen befördert und durch Schaffung entsprechender rechtlich und finanziell notwendiger Handlungsspielräume finanziert werden können. Es fordert die Kandidaten der Parteien auf, zu erklären, wie sie mit den Folgen der Vernachlässigung der Altenhilfe durch die Sozialpolitik konkret umgehen wollen und wie sie zu den Empfehlungen des 7. Altenberichts stehen.
Exemplarisch seien hier drei der 45 Empfehlungen des Altenberichts benannt:
Empfehlung 12: Der wachsenden Altersarmut und ihren Auswirkungen ist auf allen Ebenen - des Bundes, der Länder und der Kommunen - entgegenzuwirken.
Empfehlung 40: Die finanziellen Handlungsspielräume der Kommunen sollen mithilfe eines Daseinsvorsorgeprogramms von Bund und Ländern erweitert werden. Damit gilt es, die besondere Verantwortung der Kommunen für die Gewährleistung der Daseinsvorsorge und für ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben im Alter zu stärken.
Empfehlung 42: Kommunen sind in ihrer Verantwortung und Fähigkeit zu unterstützen, den spezifischen Bedingungen und Herausforderungen der Sorge und Pflege vor Ort zu begegnen, Einfluss auf die Infrastrukturentwicklung zu nehmen und gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Akteuren wohnortnahe Sorgearrangements zu fördern."